"Krawalter"

Mein Name ist Felix Walter alias der Krawalter. Aufgewachsen bin ich auf dem landwirtschaftlichen Betrieb meiner Familie in Bürgstadt. Schon in jungen Jahren war mir klar, ich möchte einmal einen landwirtschaftlichen Beruf ausüben. Mit den Jahren wurde dieser Wunsch immer konkreter und ich beschloss in den Weingütern Künstler und Bernhard Huber Winzer zu lernen. In der Zeit bei Julian Huber, in der mich vor allem die Leidenschaft für gutes Essen und die Chardonnays und Spätburgunder aus dem Burgund gepackt haben, wuchs die Idee heran, selbst Weine zu keltern, die anders sind als die des Familienweinguts. So startete ich mit einer kleinen eigenen Sektproduktion, parallel zur Fortbildung zum Weinbautechniker in Weinsberg.

In dieser Zeit entstand auch der Spitzname Krawalter. Ich fiel auf, durch viele kritische Nachfragen, speziell bei den Themen Rotweinbereitung und biologischer Weinbau. Ebenso durch meinen Weingeschmack, welcher etwas anders war als der der anderen. Säurebetont, karg, mineralisch und oft auch ein bisschen extrem. Als es gegen Ende der Zeit in Weinsberg zu einer kritischen Diskussion kam, sprach einer meiner Mitstudierenden auf einmal den Namen Krawalter aus, welchen ich im Folgenden nicht mehr loswurde. Ab da war mir klar, wenn ich einmal selbst Wein machen werde, muss der Name Krawalter auf das Etikett, denn meine Weine sind wie ich selbst. Abseits vom Mainstream, mit Ecken und Kanten und im besten Sinne eigensinnig und polarisierend.

Nach der Fortbildung zum Weinbautechniker in Weinsberg zog es mich zu Chantereves ins Burgund. Bei Tomoko und Guillaume lernte ich eine ganz andere Herangehensweise an die Weinbergs- wie auch Kellerarbeit. Low intervention ist das Zauberwort, welches auch meinen Weinstil heute prägt. Ich startete im Jahrgang 2022 mit zwei Fässern Chardonnay und einem Fass Spätburgunder. Die Produktion ist über die Jahre nun etwas gewachsen und auch die Rebsorte Sylvaner kam dazu. Es folgten weitere Praktika bei Hans Herzog in Marlborough, Weingut Grabenwerkstatt in der Wachau, Mac Forbes im Yarra Valley, Bastian Beny in Rheinhessen, Laherte Freres in der Champagne und zu guter Letzt bei der Bodega Chacra in Patagonien.

Die Trauben meiner Weine, welche selektiv von Hand gelesen werden, stammen aus den biologisch bewirtschafteten Weinbergen meiner Familie, in den Bürgstadter Lagen Centgrafenberg und Bürgstadter Berg. Ich spreche viel öfter von den Gewannamen „Im Stübchen“ (Chardonnay und Spätburgunder) und „Hohenlinde“ (Sylvaner).

 

Die Weine

Blanc de Noir brut nature

Ganztraubenpressung, Spontangärung, teils Edelstahl, teils gebrauchtes Holz, spontaner biologischer Säureabbau, 11 Monate Lagerung auf der Vollhefe, ohne Schwefelzusatz, Tiragefüllung, Hefelager auf der Flasche zwischen 22 und 30 Monaten, Degorgement ohne Dosage und Schwefelgabe.

Blanc de Noir prestige brut nature
Ganztraubenpressung mit der Korbkelter, Spontangärung und spontaner biologischer Säureabbau im gebrauchten Holzfass, 11 Monate Lagerung auf der Vollhefe, ohne Schwefelzusatz, Tiragefüllung, Hefelager auf der Flasche zwischen 34 und 42 Monaten, Degorgement ohne Dosage und Schwefelgabe.

Spätburgunder

Spontane Ganztraubengärung im offenen Bottich, ca 2/3 Remontage 1/3 Pigeage mit den Füßen, Pressung mit der Korbkelter, 20 Monate Lagerung im gebrauchten Holzfass, spontaner biologischer Säureabbau, die erste geringe Schwefelgabe erfolgt wenige Tage vor der Abfüllung.

Chardonnay und Sylvaner

Vorsichtiges anquetschen mit den Füßen, keine Standzeit, Pressung, Spontangärung mit Trub in gebrauchten Holzfässern, spontaner biologischer Säureabbau, 12 Monate Holzfass, weitere 8 Monate mit der Vollhefe im Edelstahl, die erste geringe Schwefelgabe erfolgt wenige Tage vor der Abfüllung.