Stuart Pigott, „Wein spricht Deutsch“

2007

Gute, charaktervolle, wenn auch in der Jugend etwas herb und abweisend erscheinende Spätburgunder erzeugt Christoph Walter vom Weingut Josef Walter, ebenfalls Bürgstadt. Wie Neuberger, so hat auch Walter aus dem ehemaligen gemischten Landwirtschaftsbetrieb ein reines, kleines, mit einfachen Mitteln ausgestattetes Weingut gemacht, dessen Profil vor allem durch Spätburgunder geschärft wird.

 

Der Bürgstdter Centgrafenberg Spätburgunder „J“ ist  Walters stärkstes Stück in Rot. Er wächst in der besten Parzelle des Betriebs und wird aus ertragsreduzierten, spät gelesenen Trauben im traditionellen Maischegärverfahren bereitet. Dem 24-monatigen Ausbau in Barriques folgt eine fast einjährige Lagerzeit auf der Flasche, sodass der Wein – 2500 Flaschen im Jahrgang 2003 – erst drei Jahre nach der Lese auf den Markt kommt. Doch selbst dann wirkt er noch ungestüm. Besser, man lagert ihn weitere drei Jahre ein oder probiert die reiferen, bis zu sechs Jahre alten Jahrgnge, die Walter trotz winziger Mengen auf seiner Preis(hit)liste aufführt. So zeigt der 1999er sieben Jahre nach der Ernte eine gereifte, an eingelegte Beeren und Kirschen erinnernde Burgunderfrucht mit feiner Süße und mineralisch-nerviger Säure.